Roland Bischof  -  Homepage

 

Meine Berichte über Reisen europaweit

  • Nordlicht - eine Reise nach Tromso in Nordnorwegen
  • Kurztrip nach Amsterdam und Brügge
  • Wanderung zur Trolltunga, der Zunge des Trolls
  • Preikestolen - einer der spektakulärsten Aussichtspunkte Norwegens
  • Was haben die Giganten der Bergwelt und die Liebe gemeinsam - eine Tour durch die Schweiz und Südtirol
  • Der Weg ist das Ziel - Radtour entlang der Donau von Passau nach Wien


!  Zu den einzelnen Reiseberichten bitte durch scrollen !


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Nordlicht - eine Reise nach Tromsø in Nordnorwegen

(erstellt Jan. 2017)

 

Naturphänomene ziehen uns Menschen immer wieder in ihren Bann. In Nordnorwegen kann man solch ein beeindruckendes Naturschauspiel sehr gut beobachten. Wir sind nach Tromsø, dem Tor zur Arktis, gekommen und schauen gespannt in den Nachthimmel. Es ist Anfang November. Die Dunkelheit hat längst die Oberhand über das Licht genommen. Doch dann passiert etwas für uns Außergewöhnliches: es sieht aus als würde ein unbekanntes Wesen mit einem Messer den Himmel aufschneiden. Und plötzlich scheint Licht durch diese Schnittöffnung.

Nicht nur das, es bewegt sich sogar. Immer mehr Licht dringt hindurch und bildet einen riesigen Vorhang, der hellgrün strahlt. Wie von einem zarten Wind berührt, bewegt er sich sanft. Wow!

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Nordlicht über Vengsoy


Dieses Phänomen heißt in der nördlichen Hemisphäre „Aurora Borealis“. Aurora weißt auf die römische Göttin der Morgendämmerung und Borealis auf den griechischen Namen Nordwind hin.

Es gibt viele Mythen um das Polarlicht. Die Inuit glaubten die Lichter seien eine Brücke ins Jenseits. Von den Toten gehaltene Fackeln sollten den frisch Verstorbenen den Weg zu ihrer letzten Ruhestätte weisen…       

  

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Polarlichter über der Brücke von Tromsø


Weiße Schwäne – so eine dänische Geschichte – sollen zu weit nach Norden geflogen sein und waren bald im ewigen Eis gefangen. Mit ihren Flügelschlägen wollten sie sich befreien. Das Auf und Ab ihrer Bewegungen malt Bilder in den Himmel und erzeugt so das Nordlicht…

Heute wissen wir, dass elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes, die aus der Magnetosphäre auf die oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und dabei Sauer- und Stickstoffatome ionisieren, die Grundlage dazu bilden. Dabei wird Licht ausgesandt. Die Energie dafür spendiert die Sonne. Je stärker die Aktivität der Sonne, desto stärker wird das Himmelsfeuer entfacht. Da die Partikel aufgeladen sind, umströmen sie unsere magnetischen Pole und erzeugen solch prickelnde Bilder.


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Northern Lights over Tromsø


Freundlicherweise stellte mir der Fotograf Reiner Jochims diese Aufnahmen für meine Homepage zur Verfügung. Danke, Reiner.




Kurztrip nach Amsterdam und Brügge

(erstellt Aug. 2013)

 

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Watergang nähe Amsterdam

Wer einmal die wunderschöne Stadt an der Amstel besuchen und am Abend der Großstadt entfliehen möchte, der findet in Watergang – knapp 10 km von Amsterdam entfernt -, ein Plätzchen in Natur- und Dorfidylle.
Zahlreiche schmale Kanäle durchziehen den Ort. Wir nutzten das Kanu von unserem Gastgeber Arno  und paddelten gleich am ersten Abend unter den kleinen weißen Brücken hindurch.  Was wir zu sehen bekamen, waren wunderschöne Wassergrundstücke mit vielen bunten Sommerblumen.

  

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Windmühle nähe Monnickendam

Ein Muss sind Radtouren durchs Polterland. Im Paradies für Radler kann man die malerisch kleinen Orte und Städtchen gemütlich erkunden. Wir hatten zwar die Räder dabei, aber überall besteht die Möglichkeit zum Ausleihen.

Wir besuchten das  hübsche Monnickendam, fuhren den Deich entlang nach Marken mit seinen charakteristisch  grünen Holzhäusern und machten Rast im Fischerdorf Volendam, das heute ein  Touristenmagnet ist.

Das erste Ziel unserer Kurzreise war natürlich Amsterdam, das wir per Bus (Nr. 301 + 307)  von Watergang in nur 15 Minuten erreichten. Die Stadt an sich ist nicht riesig, aber die interessantesten Ziele sind demzufolge per pedes erreichbar.

 

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Grachten und Fahrräder

Natürlich standen Grachtentour per Boot,  Rotlichtviertel und der Besuch des Grachten-Classic-Open auf dem Programm.
Amsterdam ist vielschichtig: quirlig, kreativ und interessant – aber niemals langweilig.  Da sind die traumhaftschönen Giebel der oft tanzenden Häuser (untergrundbedingt), die reizvollen Grachten, die vielen Museen und die typischen Kneipen.


 

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Classic-Festival auf den Grachten

Dagegen gewöhnungsbedürftig sind  die schmalen sehr  steilen Treppen (max. Giebelbreite 6m!) Also nicht zu viel an Alkohol oder Cannabis konsumieren – schon mancher rollte diese Treppen hinunter und direkt ins Krankenhaus. Diese Stadt hat uns in ihren Bann gezogen und wir werden bestimmt wiederkommen, denn eines steht noch aus: die Museumstour.

  

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Brügge

Wir fuhren weiter nach Brügge. Was dort unseren Augen geboten wurde war einfach großartig. Brügge – ein offenes Museum. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.

Manchmal können Geldnöte auch eine positive Wirkung haben. Im Mittelalter die reichste Hansestadt, die ihr Aussehen entsprechend gestaltete, versiegte die monetäre Quelle nachdem der Zugang zum Meer versandet war. So blieb alles über Jahrhunderte unverändert. Einmalig ist die Konzentration an Bauwerken des Mittelalters. Wenn man durch die Altstadt schlendert, fühlt man sich einfach in diese Zeit versetzt.

 

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Brügge-Bootsfahrt

Untergebracht waren wir im „Le Coquin“, dessen Besitzer (Internetadresse unten) der Kunst und der Stadt sehr aufgeschlossen gegenüber steht. Das Quartier kann man durchaus empfehlen, denn es liegt an einem Kanal nur 3 km von der Altstadt entfernt und bietet ein besonderes delikates Frühstück.

Beide Städte zu kombinieren - zumal nicht so weit voneinander entfernt - lohnt sich allemal. Das Venedig des Nordens - wie Amsterdam auch genannt wird - mit seinem multikulturelle Flair und Brügge eher beschaulich mit seinem mittelalterlichen Stadtkern wirken auf den Besucher sehr unterschiedlich ein, sodass für reichlich Abwechslung gesorgt ist.




Wanderung zur Trolltunga, der Zunge des Trolls

(erstellt Jun. 2013)

  

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Trolltunga Wanderkarte


Gehört hatten wir schon einiges von einem Fels in Norwegen, der von der Natur geschnitten sein sollte ähnlich einer herausgestreckten Zunge; ebenso als würde ein frecher Troll diesen Muskelkörper aller Welt zeigen wollen.  Und dass die Trolltunga doch ganz in unserer Nähe wäre, aber bislang keiner von Ingvards Gästen dieses Ziel ins Visier genommen hatte,  ermutigte uns an einem Sonnentag Mitte Juni gegen 6 Uhr dorthin  aufzubrechen.

 

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Alte Mageliban

Von Ölve am Hardangerfjord über Odda bis Tyssedal und dann dem Schild Skjeggedal folgend, fuhren wir eine enge steile Straße  bis zum Parkplatz vor der Mågeliban. Das Schild „Privatgelände“ unterwegs verwirrt zwar etwas, aber glauben Sie mir, Sie sind dort herzlich willkommen. Als „Gastgeschenk“ fordert der Parkautomat 100,- NOK …
Der Parkplatz selbst befindet sich unterhalb der ehemaligen Talstation der Mågeliban, einer alten Seilbahn, die schon seit langem nicht mehr in Betrieb ist.
Es gibt zwei Möglichkeiten nach oben: Nottreppe  mit Balanceakt oder Serpentin-Aufstieg. Ich nahm die fast wagehalsige Holztreppe neben den alten Gleisen.

 

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Steigen auf morschen Brettern

 

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Wegweiser zur Trolltunga

Dieser Option ist eigentlich verboten – an den ca. 2550 Holzstufen nagt der Zahn der Zeit – und man ist auch nicht viel schneller, als wenn man sich wie Regine für die Serpentine neben den Gleisen entscheidet.  Nach fast 1 Stunde erreichten wir erschöpft den Mågelitopp.

 

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Stausee Ringeldalsvatnet

Oben weißt ein Wegweiser zur Trollzunge und ein rotes „T“ – oft auf Steine gemalt – zeigt die Richtung. Doch die Strapazen dorthin nimmt einem niemand ab. Es geht auf und ab durch Bäche, über Gebirgshöhen und Schneefelder.
Je länger die Tour dauert, umso unempfindlicher wird man. Egal, ob durch Wasser, Schneematsch  oder Schlamm, du bist froh überhaupt einen Schritt getan zu haben.
Wunderschön ist der Blick von oben auf den wie ein Krater aussehenden Ringeldalsvatnet  (Stausee).

 

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Ein "Verrückter" tanzt auf der Zunge

Mit gutem Schuhwerk, Proviant und das Ziel fest  vor Augen erreichten wir nach weiteren 4,5 Stunden endlich unser Wunschziel.




    

 

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Der Unterbereich der Trollzunge

Vor uns lag ein ca. 10m langer, anfangs von 6m sich zur Spitze hin auf nur wenige Zentimeter verjüngender Felsvorsprung, der sich 350m über die Talsohle des Ringeldalsvatnet  horizontal erstreckt.





 

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Der "Verrückte" an der Steilwand neben der Zunge

Ich ließ es mir nicht nehmen zur Spitze zu steigen. Der Blick von dort ist schlichtweg atemberaubend.




 

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Trollzunge-seitlich-gesehen

Um das Ganze in Szene zu setzen, kletterte ein netter junger deutscher Student mit mir ca. 30m tiefer. Der hilfsbereite junge Mann erreichte sogar eine Art Unterstand – während ich mich krampfhaft an einer Steilwand festhielt – und schoss tolle Bilder.
Danke Nico! Wir blieben noch eine halbe Stunde und genossen das Naturerlebnis in vollen Zügen.

Nach 4,5 Stunden erreichten wir den Parkplatz und ehrlich gesagt, wir krochen auf dem Zahnfleisch. Kein Wunder, wenn man nicht regelmäßig solche oder leichtere Bergtouren unternimmt.

Fazit

Eines haben wir gelernt: Die Kategorie „5 Stiefel“ hat es in sich. Wer da an eine Kuchen- und Kaffeewanderung denkt, der irrt. Es ist letztendlich eine aufreibende Tageswanderung im Hochgebirge (10 Stunden / 22 km), die man nicht unterschätzen sollte.

Dennoch hat sich diese Herausforderung mehr als gelohnt. Wir durften eine Naturinszenierung der spektakulärsten Art erleben und genießen. Und glauben Sie mir, noch Tage später zehren Sie von den fantastischen Eindrücken der Gesamttour und nicht zuletzt von der erreichten Fitness.




Preikestolen - einer der spektakulärsten Aussichtspunkte Norwegens

(erstellt Jul. 2012)

Dass in Norwegen einiges anders tickt als in Deutschland, hat sich vielleicht schon herum gesprochen. Als ich unseren norwegischen Gastgeber am Hardangerfjord fragte, wo man denn am Preikestolen (Ryfylke) sein Zelt aufschlagen könne,  gab er uns den guten Rat einfach mal auf einem großen Anwesen nachzufragen.

  

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Hütte nähe Preikestolen

Und man glaubt es nicht, wir hatten sofort Glück und konnten unsere zwei Leinwandvillen am Rand eines Privatgrundstückes aufstellen. In Deutschland undenkbar oder wohl eher die Ausnahme …

Früh am Morgen fuhren wir dann ausgeruht zum Parkplatz am Preikestolen (100,- NOK). Auch dort hatten wir  Schwein, denn erst wenige Wanderer wollten den 2- bis 3-Stunden dauernden Aufstieg in Angriff nehmen.



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Karte Preikestolen

Der Weg nach oben wird zwar als Wanderweg bezeichnet – vielleicht aus norwegischer Sicht -, aber im Mittelstück ging es auf Geröll doch schon zur Sache.


Anfangs erfreute uns lichter Buchenwald, wobei der Blick immer wieder auf den See Revsvatnet (rechte Seite) fiel. Etwas später führt der aufwendig gestaltete Weg über Holzbohlen, die helfen ein Sumpf-/Moorgebiet zu überqueren.



 

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Wanderweg zum Predigerstuhl

Doch dann kommt eine mit Blockfelsen gefüllte Rinne. Hier ist festes Schuhwerk –  vor allem bei Nässe – Pflicht. Wir kamen leicht ins Schwitzen und machten die erste Rast. Die Landschaft ist traumhaft schön und jeder – manchmal mühsame – Schritt  lohnt sich.


Nach Passieren des schwierigsten Abschnitts der Tour nach oben, kommt man immer wieder an kargen Felsen und einigen kleinen Seen vorüber. Alles ist gut ausgewiesen. Erreicht man dann einen steilen Hang, der teilweise durch eine Holzbrücke gesichert ist, erkennt man oben bereits die Abbruchkante des Preikestolen.


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Prdeigerstuhlplateau

Oben angekommen knieten wir aus Ehrfurcht nieder oder zitterten uns einfach nur die Beine bei diesem grandiosen Ausblick? Faszinierende Natur. Felswände umschließen den smaragdgrün schimmernden Lysefjord, der sich durch die Bergwelt schlängelt. Unglaublich – diese Bilder vergisst man nie.


 

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Plateau des Preikestolen


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Preikestolen - 601m

Das Plateau selbst ist zirka 25 m x 25 m groß. Einfach unvorstellbar: kein Zaun, kein Sperrschild – nur dieser kantige Block, der aus einer Frostsprengung vor mehr als 10 000 Jahren entstanden ist, und 604 m tief in den Lysefjord fällt. Bemüht man die Statistik, so ist man doch verwundert, dass hier so gut wie keine Unfälle und Suizide passieren.


 

 

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Blick auf den Lysefjord

Entlang des Plateaus zieht sich ein tiefer Riss. Man sollte also dem „Prediger“ auf seinem „Predigtstuhl“ (wörtliche Übersetzung von Preikestolen) nicht zürnen, denn schlägt der aus Wut kräftig auf seine Kanzel, könnte möglicherweise der Felsgigant brechen und einen „Tsunami“ auslösen, der die Stadt Stavanger einfach in das offene Meer reißen würde.


Wir genossen zwei Stunden die atemberaubenden Blicke von hier oben und waren froh so zeitig aufgebrochen zu sein, denn als wir abstiegen, kam uns eine große Menschenkolonne entgegen. Die werden sich wie Ölsardinen auf dem Plateau vorkommen, denn weit mehr als 100.000 Menschen besteigen diesen spektakulären Aussichtspunkt jährlich.





Was haben die Giganten der Bergwelt und die Liebe gemeinsam - eine Tour durch die Schweiz und Südtirol?

(erstellt Mai 2008)


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Matterhorn

Um es vorweg zu nehmen, beiden ist zumindest eines gemeinsam: ihre umwerfende Wirkung. Man verliert förmlich den Boden unter den Füßen, wenn man diese betrachtet und jene genießt…
Uns erging es so als wir vor dem Matterhorn – oder wie die Schweizer sagen dem „Hörnli“ standen. Einfach umwerfend!
Der weltberühmte Berg steht auf einem gut 2000m hohen Sockel und beim Blick darauf werden wir das Gefühl nicht los, als hätte die Natur darin einfach einen weißen Eckzahn implantiert. Oder ist aus dem ordentlichen Gebiss im Tertiär nur noch dieser eine steile Zahn übrig geblieben? Und Mutter Natur mahnt mit dem Zeigefinger: Leute putzt eure Zähne sorgsam, sonst ergeht es euch ähnlich!
Egal, die bunten Wiesen mit den hohen Bäumen und dahinter der abrupte Übergang in das kalte Weiß lassen den Berg der Berge in einem faszinierenden Bild erscheinen, welches uns noch ewig in Erinnerung bleiben wird. Auf unserer Wanderung zum Hörnli (3h) hatten wir den Weg von Zermatt über das sehenswerte uralt-historische Dorf Blatten gewählt. Weiter aufwärts in Richtung Stafelalp (2200m) schien die Zeit ebenfalls stehen geblieben zu sein, denn dort wurde plötzlich Zoll erhoben. Der Zöllner wachte am Rande des Weges und ließ uns nur passieren, als ich ihn unsere letzte Möhre vor seinem Bau legte.

 

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Wegweiser Richtung Matterhorn

Leider hatte uns das Murmeltier verschwiegen, dass am Fuße des Matterhorns der Wanderweg wegen Steinschlages gesperrt war. Also nahmen wir kurzerhand auf einem Stein Platz und genossen den Blick hoch zum „steilen Zahn“ in vollen Zügen. Dabei überkam uns Ehrfurcht und über den Rücken liefen so manch angenehme Schauer.
 
Auf dem Rückweg – diesmal über die alte Walser-Siedlung Z’Mutt – lieferte uns das Bergpanorama immer wieder einen phantastischen Augenschmaus. Da hatte ich wohl Regine nicht zuviel versprochen. Und zu zweit ist so ein Erlebnis natürlich auch doppelt schön. Das wußte unsere Ur-Sächsin Lene Voigt schon früher als sie schrieb:  
 
„Eener alleene is nich scheene.
Eeene alleene is ooch nich scheene.
Aber Eener und Eene… und dann alleene.
Das is scheene!“

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Hochzeitspaar

Bereits Tage zuvor erinnerte ich mich an diesen Spruch als ich in die Gesichter der zwei Liebenden blickte, zu deren Hochzeit ich geladen war. In einer kleinen romantischen Kirche direkt am Vierwaldstädter See gaben sie sich das Ja-Wort. Die feierliche Trauung und die anschließende stimmungsvolle Hochzeitsfeier werden nicht nur mir als perfekt und würdevoll in Erinnerung bleiben. Möge den Frischvermählten eine glückliche Zukunft beschieden sein.

Nächste Station auf unserer Tour war der traumhaft gelegene Lago Maggiore. Schon die Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Vorbei an schneebedeckten Bergen, über waaghalsige serpentinreiche Strassen – meiner Beifahrerin stockte des öfteren der Atem – langsam bergab von alpiner in metiterane Natur führte uns der Weg hinein nach Locarno. Durch das milde Klima, das vom Rand der Po-Ebene hierauf an den Fuß der Alpen zieht, gedeihen nicht nur Palmen und Zitrusbaüme. Die Blumenpracht mit Kamelien und Oleander ist ein Genuss für das Auge. Der See selbst – manche bezeichnen ihn als den „Garten Eden Italiens“ – ist eingerahmt von den typischen Bergen der Südalpen. Malerisch, ja lieblich reiht er sich mit seiner Schönheit in die Reihe der anderen oberitalienischen Seen ein und ist doch etwas besonderes.
Leicht enttäuscht waren wir von der Stadt der Filmfestspiele. Sie wirkte auf uns laut, unruhig und ein wenig überladen.

 

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Ascona

Dagegen das kleinere Ascona, eine Bootsstation weiter gelegen, zog uns mit seinem Charme sofort in seinen Bann. Die engen, dadurch autofreien Gassen lassen die Touristen gern durch die Boutiquen und Galerien flanieren. Hier lebt hinter altehrwürdigen Gemäuern eine feine kleine kulturelle Szene. Da nimmt man gern vor den hübschen Lokalen Platz und genießt die beeindruckenden Skulpturen. Dieses Flair hatte wohl auch Jörgi Löw bewogen mit seiner Nationalmannschaft nahe Ascona Quartier für die Fussball-EM zu beziehen.

Wenn schon Lago Maggiore, dann gehört natürlich eine Schiffahrt dazu. Wir wählten die Insel Brissago aus, die im nördlichen Teil des Sees liegt und uns mit ihrem botanischen Garten einen Einblick in eine einzigartige suptropische und exotische Vegetation gewährte.

Ein weiterer Höhepunkt stand uns mit der Fahrt vom sanften Lago Maggiore über das mondäne Sankt Moritz nach Meran bevor. Die Strecke an sich schlug mit etwas über 300km kaum zu Buche, aber die atemberaubende Landschaft mit den zahlreichen Bergen, den glasklaren Seen und den typischen Bergorten forderten ihren Zeittribut. Zeit braucht man auch für einen Fahrspass der besonderen Art: Kehrenfahren am alten Splügenpass. Vor allem auf der Schweizer Seite kann man da wahre Kehren-Orgien erleben. Für Adrenalinjunkies ist das der absolute Kick. Eines ist dort garantiert: Langeweile am Lenkrad ausgeschlossen!

 

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Sant Moritz See

Die gibt es im Winter sicherlich auch nicht in St. Moritz auf dem gleichnamigen See während der drei Rennsonntage beim traditionellen „Withe Turf“. Für mich als Freund edler Galopper war es sozusagen Pflicht, einen Blick auf den See und das Engadiner Panorama zu werfen. Gedanklich sah ich die edlen Vollblüter durch den stiebenden Schnee galoppieren, auch wenn der See jetzt nicht mehr zugefroren war.
Pferde spielen auch im Südtiroler Ort Meran eine Rolle. Die am Rande der Stadt liegende Rennbahn ist ein Kleinod für Steepler. Häufige Gäste sind dort deutsche Trainer mit ihren edlen Vierbeinern. Die Stadt selbst wirkt wie ein Magnet auf Touristen. Man wohnt wegen der Ruhe außerhalb und fährt zum Essen, Prominieren und Shoppen in das reizende Zentrum. Wir hatten uns Marling als Bleibe auserkoren und genossen von dort oben den fantastischen Ausblick über die Apfelplantagen hinunter auf die Stadt. Ein weiterer Vorteil dieses Quartiers liegt in dem direkten Einstieg zum ältesten Waalweg Südtirols, den „Marlinger Waalweg“.

Waale sind von Menschen angelegte Bewässerungskanäle, welche durch höher gelegene Flüsse gespeist werden und damit die vielen Obstplantagen mit dem nötigen Nass versorgen. Direkt daneben führt oft ein kleiner Steg, der heutzutage den Touristen als Wanderweg dient. Wir verbanden den Marlinger mit dem Algrunder Waalweg zu einer Rund-Wandertour und konnten so über 20km immer wieder den Blick auf Meran genießen.

 

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Marlinger Waalweg

Da das Wasser in dem Graben nicht schnell fliesen darf, ist auch der Wanderweg größtenteils eben und sehr einfach zu begehen. Vegetation WaalwegFür Väter wäre wohl der Waalweg mit seinen vielen Einkehrmöglichkeiten das Top-Event zu Christi Himmelfahrt…

Sollte jemand den einen oder anderen Ort unserer Reise besuchen wollen, so können wir guten Herzens drei Übernachtungsempfehlungen geben. Da wäre in Greppen am Vierwaldstädter See die hypermoderne Pension „B & B Sonnenterasse“ zu nennen. Hier stimmen Preis und Ambiente. Obendrein gibt es ein Frühstück vom Feinsten in einer Atmosphäre, die wirklich als familiär bezeichnet werden darf. Jeder Wunsch wird einem förmlich von den Lippen abgelesen ohne dabei die Diskretionsgrenze zu überschreiten. Weitere Empfehlungen sind in Locarno am Lago Maggiore die Pension „Belmonte“ und in Marling/Südtirol die Pension „Greiterhof“.




Der Weg ist das Ziel - Radtour entlang der Donau von Passau nach Wien

(erstellt Mai 2007)

 

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Passau

Wenn die eigene Frau den Wunsch hat, den Urlaub einmal aktiv in Form einer Fahrrad-Tour entlang der Donau zu gestalten, dann stellte sich die Frage: Die Tour organisiert anzugehen und den bequemen Koffertransport von Pension zu Pension in Anspruch zu nehmen oder selbst etwas auf die Beine zu stellen? Schnell war klar, den Urlaub nach eigener Fasson – ein Hauch von Abenteuer überkam uns – also individuell zu gestalten. „Aber wie dann mit dem ganzen Gepäck so eine Rad-Tour bewältigen?“, fragte sie mich verblüfft. Schwitzend sah ich mich schon wie in meiner Schulzeit, als ich auf dem Leipziger Hauptbahnhof den Gepäckträger für ein paar Mäuse spielte, Beauty-Case und Koffer durch die Kante schleppen. „Sieh mal“, kam es mit über die Lippen, „erstens wollen wir nicht zum Opernball nach Wien und zweitens soll der Weg doch unser Ziel sein. Also müssen einfach Zweck-Klamotten für Sonnen- aber auch für Regentage, und die im Zwiebel-Prinzip getragen, genügen.“

 

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Rodeo Sattel

Flugs kaufte ich zwei regensichere Fahrradtaschen und dort verstauten wir später unsere Sachen; Regine hatte noch die etwas ältere Taschenkombination vom Discounter. Nach dem Türken-Koffer-Prinzip kamen T-Shirts, Hosen, Turnschuhe, Regencapes, Waschzeug etc. sortiert in verschiedene Plastebeutel, so dass wir in den Quartieren nur die einzelnen Beutel aus den Taschen ziehen mussten und damit einigermaßen übersichtlich ablegen konnten. Mit der Zeit bekommt man da Routine und das lästige Suchen entfällt. Auch was die Übernachtungen betraf, wollten wir nicht unnötige Zeit mit ewigen Suchen verbringen – oft bleiben nur die schlechten oder teueren Schlafstätten übrig – und so graste ich das Internet nach Reiseberichten zum Donau-Radweg ab. Recht schnell kristallisierten sich die besten Quartiere (s.u.) heraus. Per Mail wurden dann die Übernachtungen fix gemacht.

Als ich die zu radelnden Kilometer addierte, kamen doch leichte Zweifel auf, ob wir die 350 km auch problemlos schaffen würden. So eine lange Tour hatten wir noch nie mit dem Drahtesel absolviert. Den Spruch vom Urologen Irwin Goldstein vor Augen: „Es gibt nur zwei Sorten männlicher Radfahrer – die einen sind impotent, die anderen werden es.“, kaufte ich mir umgehend einen neuen Sattel. Das innovative Stück besteht aus zwei verstellbaren Teilstücken, die nebeneinander in einem Winkel von zirka 20° angeordnet sind und dafür sorgen, dass unser bestes Stück und der Dammbereich auch nach vielen Kilometern gut durchblutet werden. Auf den ersten Kilometern kam ich mir vor wie beim Rodeo, sitzend auf einem elektrischen Bullen. Jeder Tritt in die Pedale bewirkte ein Schwingen des beweglich gelagerten Sattels. Ich hatte Mühe, das Gleichgewicht zu halten, um nicht vom „Bullen“ abgeworfen zu werden. An ein freihändiges Radfahren war erst gar nicht zu denken. Aber wie im richtigen Leben biss ich die Zähne zusammen und nach und nach gewöhnte ich mich an das ungewohnte Teil.

Erste Station war die Drei-Flüsse-Stadt Passau. Dank eines sehr netten und hilfsbereiten Meeresanglers, den ich über das „Norwegische Angelforum“ per Internet kennen gelernt hatte, genossen wir eine individuelle Stadtrundfahrt par Exelence. Der gebürtige Passauer zeigte uns neben dem „Stephans-Dom“ mit der weltgrößten Dom-Orgel, das wunderschöne Rathaus-Ensemble und nicht zuletzt das italienische anmutende Flair der alten Häusergassen. Vom Oberhaus hatten wir bei strahlendem Sonnenschein einen herrlichen Blick auf die Altstadt des „Venedig Bayerns“. Den tollen Einstand ließen wir in einem Biergarten mit eigener Brauerei oben neben der Veste bei einer zünftigen Brotzeit mit Weizenbier ausklingen. Für Stimmung sorgte dort ein junger Mann in Stöckelschuhen und Damenrock, der die amüsierten Gäste bediente. Vor lauter Lachen vergaßen wir leider auf den Auslöser der Kamera zu drücken. Übernachtet wurde in der ruhig gelegenen „Pension Gabriele“, die neu renoviert einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat.


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Donauschlinge

Nach einem ausgiebigen Frühstück (Buffet) wurden die Fahrradtaschen montiert und ab ging’s bei Sonnenschein entlang des linken Donauufers in Richtung Wesenufer. Wir hatten die Anfangstrecke mit Bedacht etwas kurz gewählt (35km), um uns so richtig einradeln zu können. Über Obernzell und Kramesau – die Donau immer im Blick – rollten wir bereits am frühen Nachmittag in Wesenufer ein. Die Pension Feiken überraschte uns mit einem fürstlichen Panorama-Zimmer, das den Blick direkt auf den Fluss frei gibt. Offenbar hat der Besitzer ein Fabel für Radfahrer, denn es gab neben dem sehr günstigen Preis noch einen 1,- € Rabatt für den Drahtesel. Die Zeit nutzend, fuhren wir auf Empfehlung des Hausherren nach Schlögen zur Donauschlinge. Er legte uns den „Schlögener Blick“ ans Herz, der an einem Berghang liegt. Nach einem vierzig minütigen Anstieg wurden wir mit einer traumhaften Aussicht belohnt. Majestätisch schlängelt sich an dieser Stelle die „Grande Dame“ um eine bewaldete Erhebung herum.
Heute weckte uns das Handy zeitig, denn wir hatten mit 80km unsere längste Etappe vor uns. Wir wechselten auf die rechte Seite und erlebten bei Inzell einen romantischen Ententeich namens Donau. In sehr waldreicher Gegend – die Räder rollten wie von einem virtuellen Motor angetrieben – war es uns, als wolle der Fluss ein wenig pausieren. So schön dieser Streckenabschnitt auch war, hinter Aschach änderte sich die Landschaft abrupt und neben dem Fahrradweg kam uns auf einer Bundesstrasse eine lärmende Blechlawine entgegen. Es gab nur eine Devise: Durch und in die Pedalen treten wie einst Friedensfahrt-Idol Täve Schur. Nach Linz wurde es endlich besser. Als wir bei schwülem Wetter in Abwinden beim Radlwirt vom Rad stiegen, waren wir so platt wie ein poröser Fahrradschlauch. Jetzt hieß die Devise: Duschen und ein großes kühles Bier vom Fass.

 

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Kühl und bewölkt zeigte sich das Wetter am nächsten Morgen. Nur gut, dass wir die Fahrrad-Capes besorgt hatten. Nach dem Genuss von großen köstlichen Erdbeeren, die einige Kilometer hinter Abwinden angebaut werden, zürnte Petrus mit uns und ließ es wenige Stunden leicht regnen. Das trübte die Stimmung kaum, denn ab Au wurde die Landschaft wieder abwechslungsreicher und über Wallsee näherten wir uns dem sagenumwogenen Strudengau. GreinburgBei der malerischen Ortschaft Grein wird aus der sonst gutmütigen alten Dame eine wirbelnde Furie, die Schiffreisende manch Stoßgebet gen Himmel schicken ließ. Der bezaubernde Ort selbst hat viel zu bieten. Neben dem Rokokotheater beinhaltet die Greinburg ein sehenswertes Schifffahrtsmuseum. Von dort oben hat man einen schönen Blick auf Stadt und Fluss. Für Gourmets möchten wir das Hotel „Goldenes Kreuz“ empfehlen. Dort gibt es einen erstklassigen Tafelspitz mit Kren, den der Koch selbst am Tisch serviert, und der mit 9,80 € einem fast geschenkt wird.

Am nächsten Morgen schien die Sonne. Nicht nur dieser Umstand ließ uns den richtigen Tritt in Richtung Wachau finden; den Takt dazu lieferte der nette Herbergsvater, der beim Frühstück mit seinem Akkordeon unter den Gästen für Stimmung sorgte. Grein nahmen wir die Fähre und radelten auf der rechten Seite über St. Nikola, Ybbs nach Melk. In Wallenbach schweifte der Blick über die Donau hoch zur idyllisch gelegenen Wallfahrtskirche „Maria Taferl“. Wir hätten gern dort der mechanischen Krippe einen Besuch abgestattet, leider hatten unsere Kniegelenke etwas dagegen. Ein Muss hingegen ist das prachtvolle Barockstift Melk mit seiner weltberühmten Bibliothek. Aber auch der angrenzende Landschaftspark fasziniert den Besucher.

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Stift Melk

Nach Melk wechselten wir auf die linke Donauseite und betraten damit das 33km lange Weltkulturerbe Wachau. Für uns der Höhepunkt unserer Tour, denn der Charakter dieser kontrastreichen Natur ist einmalig. Edle Reben gedeihen auf den so typischen Urgesteinsterrassen unterbrochen von mittelalterlichen Weinorten wie Spitz. Tagesziel war dort das Gästehaus Dantzinger, wo wir während der gesamten Reise im passenden Ambiente ein Frühstück genießen durften, das seines Gleichen sucht. Als wir zum krönenden Abschluss den frisch gebackenen Marillenplunder genossen hatten, verfluchten wir das erste Mal unsere ollen Drahtesel, ein Fiaker wäre uns jetzt lieber gewesen.

Dennoch das Genießen ging weiter entlang der Weinstrasse Wachau, wenn auch auf andere Art. Über St. Michael mit der alten Wehrkirche – auf Schritt und Tritt begegnet man einem Hauch Vergangenheit -, den Weinort Weißenkirchen radelten wir durch die Weinberge nach Dürnstein. Dass Dürnstein die Perle der Wachau ist, schien sich herum gesprochen zu haben, denn wir hatten Mühe unsere Räder durch die engen Strassen zu schieben. DürnsteinDafür erfreuten wir uns an der Stiftkirche, dem Renaissanceschloss und vieler lieblicher Bauwerke des Weinortes. In Altenwörth überquerten wir die Donau und trafen am späten Nachmittag in Tulln ein. So schön die Stadt, so schlecht die auserwählte Unterkunft. Kurz entschlossen – es war Vatertag und dementsprechend ausgebucht die Pensionen – radelten wir weiter bis Greifenstein, wo wir in einer Villa, herrlich am Hang gelegen, Unterkunft fanden. Im alt-ehrwürdigen Ambiente – Hundertwasser war hier Stammgast – ruhten wir uns von der Mammuttour (90km) aus.

 

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Ausgesteckt is

Am Abend ging’s zum Heurigen, der die letzte Woche „aus gesteckt is“ offen hatte. Dort stießen wir zufällig auf ein österreichisches Ehepaar, das uns unterwegs auf der Fahrradstrecke immer wieder zu gewunken hatte. Bei reichlich jungen Wein gewürzt mit einigen Anektoden wurde es tiefe Nacht als wir Villa Neuwirth erreichten.

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Stephansdom

Die im Heurigen angetrunkene Bettschwere sorgte dafür, dass wir später als gewohnt aufstanden. Als ich mich im Spiegel betrachtete, hatte ich den Eindruck, Hundertwasser würde mir entgegen blickten. Nach dem guten Kaffee von Frau Neuwirth verschwand das Spiegelbild. Die letzten 11km waren schnell herunter gespult, so dass wir am Vormittag in Klosterneuburg unsere Abschlussetappe beendeten. Quartier hatten wir direkt am Dom bezogen, der abends beleuchtet eindrucksvoll aus unserem Fenster zu beobachten war. Von hier aus starteten wir unsere Wien-Erkundungen mit der Bahn oder mit dem Bus. Wien – eine wahre Kulturstadt zum Schwärmen. Um es vorweg zu nehmen: Zwei Tage reichen nur, um einen Bruchteil der geschichtsträchtigen Metropole kennen zu lernen. Lassen wir deshalb die Bilder sprechen:

 

 

 

 

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Fiacker

 

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Mozart

 

 

 

 



 

 

 

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